Mein Weg zum Medizinstudium

Ich war schon immer ein sehr ehrgeiziger Mensch. Bereits in der Grundschule habe ich mich geärgert, wenn ich mal nicht die Klassenbeste war und ein befriedigend stand bis Ende der 4. Klasse unter keiner Arbeit geschweige denn dem Zeugnis. Somit war klar : mein Weg wird mich zu einem Gymnasium führen, die Frage war nur welches? Die Wahl fiel auf eines mit einer bilingualen Klasse,welche ich bis zur 10. Klasse besuchte. Irgendwie war das ganze aber nicht das Richtige für mich und die Klasse war auch sehr leistungsstark, so dass ich schnell nur noch zum Durchschnitt gehörte und deprimiert war, weil ich Misserfolg nicht kannte. Hinzu kam, dass ich zusätzlich zu meiner Zahnspange noch eine Platte am Gaumen bekam und circa 1 Jahr nur sehr undeutlich und vor allem kein vernünftiges Englisch sprechen konnte, weil ich total gelispelt habe und ein’-th’ war für mich unmöglich. Das Ganze war wirklich eine Qual und somit nahm ich absolut nicht mehr aktiv am Unterricht teil. Wie Lehrer dann aber so sind wurde man trotzdem dran genommen, was mich das ein oder andere Mal sehr bloß gestellt hat. Dadurch sank meine Motivation immer weiter und zwischendurch war ich sogar fast mehr Zuhause als in der Schule und die Noten waren im Keller.

Abi oder nicht, das war dann die Frage.

Nun stande ich dort mit einem Zeugnis von 3,0 am Ende der 9. Klasse mit dem Zweifel ob die Oberstufe überhaupt das Richtige für mich ist, andererseits war es irgendwie selbstverständlich, dass ich mein Abi würden, wofür bin ich sonst zu einem Gymnasium gegangen? Die Kurse wurden gewählt und die Klassen aufgelöst. Sofort habe ich mit dem bilingualen Zweig aufgehört und meine Schwerpunkte in den Naturwissenschaftlichen Bereich gelegt, denn an Sprachen war mir absolut der Spaß vergangen und die sozialen Fächer abgesehen von Pädagogik haben mich auch absolut nicht interessiert. Das war das Beste was mir passieren konnte, denn zu dem Zeitpunkt habe ich gemerkt, dass es viele gab die schlechter als ich sind und es sich lohnt dran zubleiben. Somit lief es in der EF schon mal besser und in der Q1 stand dann sogar eine 1 vor dem Komma. Das spornte mich immer weiter an, so dass ich es teilweise sogar auf eine 1+ schaffen konnte. Hinterer war ich sogar in einigen Fächern Kursbeste und überglücklich, denn ich hatte den Spaß an der Schule wiedergefunden. 

Und wie kommt man auf die Idee Medizin zu studieren?

In den letzten drei Schuljahren habe ich mir viele Gedanken gemacht, was ich werden möchte und wo meine Weg hinführen soll aber etwas wirklich zufriedenstellendes hatte ich nicht gefunden. Ein duales Studium oder ein normales Studium standen im Raum, aber eigentlich wollte ich lieber schon Geld verdienen, damit ich den Nebenjob nicht mehr machen muss. Von einem dualen Studium bei der Stadt über ein duales Studium bei BP bis hin zu einem Lehramtsstudium waren alle Ideen dabei, denn ich wusste absolut nicht wie mein Abischnitt aussehen würde. Als ich dann aber gemerkt habe, dass die Noten immer besser wurden, habe ich mich mehr über Studiengänge im naturwissenschaftlichen Bereich informiert und bin auf Biomedizin, medizinische Biologie und viele weitere Studiengänge, die alle wirklich interessant klangen, aber mir irgendwie nicht zu 100% zugesagt haben, gestoßen. Dann kam mir der Gedanke wie es denn mit einem reinen Medizinstudium aussehen würde, weil meine Tendenz bei den vorherigen Auswahlen auch immer auf etwas mit medizinischem Anteil fiel und ich schon immer von der Komplexität des Körpers begeistert war. Ich habe angefangen mich über Medizin zu informieren, auch wenn ich nicht damit gerechnet hatte einen Platz zu bekommen. Immer weiter habe ich mich über die Auswahlverfahren informiert und bin auf die verschiedenen Tests gestoßen, mit denen man seinen Abischnitt verbessern kann. Sofort habe mich für den TMS angemeldet, weil man damit z.B. in Bochum bessere Chancen hatte. Gleichzeitig habe ich auch gesehen, dass mein ein 3 monatiges Pflegepraktikum machen muss und habe angefangen meine Bewerbungen zu schreiben. Direkt im ersten Krankenhaus bekam ich eine Zusage und somit stande fest, dass ich mein Praktikum zwischen Abi im Juni und hoffentlich Studienbeginn im Oktober machen würde.

Wie sah es dann vom Abi zum Studienplatz aus?

2015 habe ich dann mein Abitur mit einem Durchschnitt von 1,2 gemacht, damit hatte ein paar Jahre zuvor niemand gerechnet. Mit diesem Durchschnitt standen die Chancen auf einen Studienplatz nicht sonderlich gut, aber aussichtslos war es auch nicht. Schon ein halbes Jahr zuvor hatte ich ja TMS (Test medizinischer Studiengänge) absolviert,leider fiel dieser terminlich direkt in die Abizeit und ich konnte mich nicht ausreichend vorbereiten, was dazu führte dass der Test mir absolut nichts gebracht hat, denn ich absolvierte ihn mit einer schlechteren Note als mein Abi. Trotzdem habe ich mich dann an meinen Wunschorten Münster und Aachen aber auch Bochum,Köln und Bonn beworben. Über die Bestenqoute kam ich logischerweise nirgendwo rein und somit hieß es warten, warten bis Mitte September. Als die Nachricht kam, dass mir ein Punkt fehlte um nach Münster eingeladen zu werden, war ich zuerst wirklich traurig. Jetzt im Nachhinein denke ich komplett anders darüber. Gleichzeitig kam aber auch die Zusage für Bochum und ich war der glücklichste Mensch. Nun hatte ich noch 3 Wochen bis die Uni anfing und ich war aufgeregter denn je. Leider ging mein Pflegepraktikum bis zum 30.9. und die Vorkurse begannen bereits vorher, so dass ich daran nur einmal teilnehmen konnte und in der ersten Woche niemanden kannte. Aber auch das habe ich überlebt und wie die Vorklinik dann aussah erfahrt ihr bald in einem anderen Post 🙂 

Comments: 1

  1. Nadine says:

    Hallo, sehr interessant 🙂 ich freue mich schon auf die
    Fortsetzung 🙂